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„Nicht gefragt soll werden: Was braucht der Mensch zu wissen und zu können für die soziale Ordnung, die besteht; sondern: Was ist im Menschen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden? Dann wird es möglich sein, der sozialen Ordnung immer neue Kräfte aus der heranwachsenden Generation zuzuführen.“
(Rudolf Steiner, Zur Dreigliederung des sozialen Organismus, 1919 – 21)
Rudolf Steiner (1861 – 1925) stammte aus Österreich. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium war er als Philosoph, Publizist, Pädagoge und Künstler tätig, bevor er 1909 die Anthroposophie (griech. „Weisheit vom Menschen“) begründete und im schweizerischen Dornach die Hochschule für Geisteswissenschaft aufbaute. Sein Werk umfasst etwa 330 Bände.
In seiner Anthropologie fasst er den Menschen ganzheitlich auf, gegliedert nach Leib, Seele und Geist. Er gab vielfältige Denkanstöße auf den Gebieten der Pädagogik, Heilpädagogik, Landwirtschaft, Architektur, Kunst und Sozialwissenschaft. Nach einer Anfrage des Stuttgarter Unternehmers Emil Molt gründete er 1919 in Stuttgart die erste Waldorfschule. In Deutschland haben sich bis heute über 190, weltweit über 850 Waldorfschulen sowie etwa 2000 Waldorfkindergärten in über 55 Ländern der Erde gegründet.

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